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Nachlässe & Publikationen

Heinrich Drake und Karl Ehlers, Skulpturenausstellung

Vom Tier bis zur Geometrie: auf engstem Raum ist im Schloss Brake eine ganze Bandbreite bildhauerischer Entwicklung des 20. Jahrhunderts zu sehen mit den beiden Nachlässen der Künstler Heinrich Drake und Karl Ehlers.

Die Förderung von Kunst und Künstlern der Region ist wesentlicher Bestandteil der Kulturarbeit des Landesverbandes Lippe. Im Rahmen dieser Aufgabenstellung erwerben der Landesverband Lippe und die ihm angeschlossenen Kultureinrichtungen seit Jahrzehnten Arbeiten lippischer Maler, Grafiker und Bildhauer. Auch konnten immer wieder bedeutende Nachlässe gesichert werden.

Die wichtigsten, im Besitz der Kulturagentur des Landesverbandes Lippe befindlichen bildhauerischen Sammlungen, sind die künstlerischen Nachlässe von Heinrich Drake und Karl Ehlers. Sie waren seit 1999 in der Remise am Schloss Brake der Öffentlichkeit zugänglich. Im März 2012 zogen sie dann um in neue Räumlichkeiten im Schloss Brake in Lemgo, wo sie seither der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Heinrich Drake (1903-1994), gebürtiger Lipper, lebte und arbeitete bis 1994 in Berlin (Ost), dort als Professor die Abteilung Plastik an der Kunsthochschule Berlin (Ost), 1954 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Künste in Berlin (Ost) ernannt. Heinrich Drakes bildhauerisches Werk umfasst im wesentlichen drei Werkgruppen, die gleichwertig nebeneinander stehen: die menschliche Figur, die Bildnis-Büste und die Tierplastik. Obwohl der Künstler selbst allen drei Bereichen die gleiche Bedeutung zumaß, ist doch die Tierplastik der Schaffensbereich, in dem Heinrich Drake seine wichtigsten Werke schuf und in dem er die größte Popularität erreichte. Charakteristisch ist vor allem die Darstellung einer gespannten, federnden Körperhaltung, die Drakes Tierplastiken Schönheit, Anmut und eine nacherlebbare Kraft offenbaren lassen. Drakes menschliche Figur hingegen wirkt klassisch, hat aber immer einen verinnerlichten Ausdruck, oft leicht melancholisch, innehaltend in der Bewegung.

Blick in die Ausstellung im Schloss Brake: Skulpturen und Porträtköpfe von Heinrich Drake.

Karl Ehlers (1904-1973) studierte an der Kunstgewerbeschule in Essen und an der Kunstakademie Düsseldorf. Im Jahrzehnt von 1930 bis 1940 lebte Ehlers im Ruhrgebiet; dann wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und geriet schließlich in russische Kriegsgefangenschaft. 1948 zog Ehlers nach Detmold, wo er bis zu seinem Tod 1973 lebte und arbeitete.

Neben seiner Lehrtätigkeit an der Werkkunstschule Münster (1957-1970) schuf er umfangreiche plastische Arbeiten, Zeichnungen und Grafiken. Außerdem führte er zahlreiche Aufträge für Skulpturen und Brunnen für den öffentlichen Raum sowie Kunst am Bau aus.

Sein Oeuvre zeichnet sich durch Reduktion und Abstraktion vor allem der menschlichen Figur aus. In seinem Prozess der Abstraktion wurde die menschliche Figur zum Träger eines gesammelten, verinnerlichten Ausdrucks.

Eine Reduzierung bis hin zur Kargheit bestimmte das Motiv und die Gebärde vieler Skulpturen Ehlers seiner späteren Jahre, die als Körper in Bezug zum Raum zu betrachten waren. Intensiv beschäftigte er sich mit den Möglichkeiten von mathematischen Körpern in der Skulptur. Daneben gibt es eine Reihe verspielter Fabelwesen, die als Ergänzung zu den geometrischen Skulpturen Ehlers Neigung zum Spiel und Humor verraten.

Die Plastiken beider Bildhauer geben auf kleinem Raum die Bandbreite bildhauerischer Arbeiten im 20. Jahrhundert eindrucksvoll wieder.   Die Nachlässe umfassen neben Plastiken aus Bronze und Holz auch zahlreiche Gipsmodelle, Entwürfe, Grafiken und Zeichnungen,  die sich zum Großteil im Depot befinden.

Blick in die Ausstellung im Schloss Brake: Holzarbeiten von Karl Ehlers.

Schnellinfos

Adresse Landesverband Lippe - Verwaltung
Schloss Brake
Schlossstr. 18
32657 Lemgo
Telefon 05231-9925422
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Öffnungszeiten

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