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Die historische Künstlerkolonie

Unsere Sammlungen

Die lange Tradition als Malerstadt und Künstlerkolonie reicht bis in das ausgehende 19. Jahrhundert zurück. Die schöne Landschaft mit ihren außergewöhnlichen Lichtverhältnissen inspirierte die Künstlerinnen und Künstler und machte Schwalenberg zu einem Geheimtipp der impressionistischen Landschaftsmalerei. Maler aus großen Städten, vor allem aus Düsseldorf und Berlin, betrieben hier ihre Freilichtstudien. Zu ihnen gehörten unter anderem Hans Licht, Robert Koepke und Friedrich Eicke. Es entstand seit 1906 eine temporäre Lebens- und Arbeitsgemeinschaft von Künstlern in den Sommermonaten. Ihre Blütezeit erlebte die Künstlerkolonie von 1920 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges, dann löste sie sich nach und nach auf.

Heute ist die Malerstadt Mitglied bei EuroArt, der Europäischen Vereinigung der historischen Künstlerkolonie.

www.euroart.eu

Die Kulturagentur des Landesverbandes Lippe und die Stadt Schieder Schwalenberg haben eine umfangreiche Sammlung von Arbeiten der Künstler aus der historischen Künstlerkolonie.

Eine kurze Übersicht über einige der Maler, die in Schwalenberg zur Zeit der Künstlerkolonie gearbeitet haben. Die genannten Werke sind eine Auswahl.

 

Baule, Emil Werner (Peine 1870-1953 Hannover)

Nennt sich meist E.W. Baule oder E. Werner Baule.

Geboren am 26. April 1870 in Peine.

Studierte zunächst  Architektur an der Bauschule Hannover und seit dem Wintersemester 1894/95 an der Technischen Hochschule Hannover. Danach Studium der Malerei und Grafik in München. Kehrte nach Hannover zurück und wurde zum begehrten Reklamezeichner.

Kam auf Anregung der Hannoveraner Künstlerin Elisabeth Ruest nach Schwalenberg.

Er sorgte für die Bekanntheit Schwalenbergs, indem er seine in Schwalenberg gemalten Ölgemälde und Aquarelle stets mit Ortsangabe in Hannover ausstellte. Im Wartesaal vom Hannoveraner Hauptbahnhof befand sich bis zu dessen Zerstörung ein Ölgemälde Baules der Schwalenberger Burg. Außerdem brachte er gelegentlich Malschüler mit nach Schwalenberg und schrieb Artikel für Zeitschriften und Tageszeitungen, u.a. über die Schwalenberger Malerkolonie. 

Werke: Schwalenberg i. Lippe. Die ehemalige Rosenschänke, Tusche, Aquarell, o.J. 31,5 x 23 cm

 

 

Born, Franz (Frankfurt a. M. 1881-1917 Detmold)

Geboren am 6. Januar 1881 in Frankfurt am Main als Sohn des Bildhauers Franz Jakob Born. Ging zunächst in der Werkstatt seines Vaters in die Lehre, sein bekanntestes Werk aus der Zeit als Bildhauer ist der Marktbrunnen in Wiesbaden.

Nach dem Tod seines Vaters 1902 zog er nach Berlin, studierte 1904/05 in München bei Fritz Hausmann und kehrte anschließend nach Berlin zurück.

Er wandte sich nun verstärkt der Malerei, insbesondere der Landschaftsmalerei, zu und nahm Stunden bei Lovis Corinth in den „Studienateliers für Malerei und Plastik.“ Dort hörte er vermutlich schon von Hans Bruch von Schwalenberg. Born machte zahlreiche Studienreisen in landschaftlich reizvolle Gegenden Deutschlands, ehe er sich 1910 dauerhaft in Detmold niederließ. Im Jahr 1911 kam er erstmals zu einem längeren Studienaufenthalt nach Schwalenberg.

In seiner Schwalenberger Zeit entwickelte Born seine Maltechnik der „breiten Striche“ hin zu „Farbflecken“ und erzielte so eine helle, lichtdurchflutete, atmosphärische Wirkung, die jedoch gleichzeitig eine gewisse Schwermut ausstrahlte.

Born gab Stunden in Landschaftsmalerei  und richtete auf einem Gelände am Galgenberg ein ständiges Atelier ein, welches von den Schwalenbergern „Malhütte“ genannt wurde.

Born starb im Jahr 1917 im 1. Weltkrieg auf dem Balkan.

 

 

Bruch, Hans (Berlin, 1887-1913)

Geboren am 18. März 1887 in Breslau als drittes von vier Kindern des Komponisten Max Bruch. Als Hans Bruch 3 Jahre alt war, zog die Familie nach Berlin-Friedenau.

Im Sommersemester 1904 immatrikulierte er sich an der Königlichen Hochschule für Bildende Künste. Ab 1910 konzentrierte er sich auf den Bereich Landschaftsmalerei bei Prof. Friedrich Kallmorgen. Außerdem nahm er Unterricht in Porträt- und Aktmalerei bei Lovis Corinth.

Hans Bruch entdeckte Schwalenberg im Jahr 1906 zufällig während eines Studienaufenthaltes in Bad Pyrmont, gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen Berthold Ehrenwerth (geb. 1886) und Albert Kiekebusch (geb. 1861.)

Bis zu seinem frühen Tod 1913 kehrte Bruch jeden Sommer für mehrere Wochen zurück und schuf zahlreiche Werke, in denen er die verträumten Winkel des mittelalterlichen Städtchens festhielt. Dabei fing er nicht nur damals existierende Schwalenberger Stadtmotive ein, sondern malte auch längst verschwundene Bauten wie das Alte Tor oder die einstige mittelalterliche Burganlage. Auch schuf er zahlreiche Landschaften von Schwalenberg und der Umgebung sowie Tierdarstellungen.

Insbesondere seinen persönlichen Kontakten an der Königlichen Kunsthochschule in Berlin, aber auch einigen Ausstellungen seiner Arbeiten mit Schwalenberger Motiven, ist es zu verdanken, dass ihm Künstler aus der Hauptstadt in das ländliche Ackerbürgerstädtchen nachfolgten, wie etwa der Marine- und Landschaftsmaler Ludwig Kath (1886‑1952) und Franz Eduard Rothe (1887‑1975).

Somit ist Hans Bruch als einer der Begründer der Schwalenberger Malerkolonie zu betrachten.

Hans Bruch starb mit nur 26 Jahren während eines Studienaufenthaltes in Jena an den Folgen einer Blutvergiftung.

 

Werke: Schwalenberger Glockenhaus um 1600, Aquarell, 1910, 51 x 56 cm

 

 

Cunow, Nelly (Posen * 1893 – Berlin -1982 Eystrup)

Später Nelly Cunow-Deetjen

 

Schülerin von Wilhelm Müller-Schönefeld, Willy Jaeckel und Hans Licht in Berlin, tätig in Berlin, ab 1939 in Eystrup, Mitglied im Reichsverband Bildender Künstler Deutschlands, Nachlass im Kreismuseum Syke.

Es gibt in der Sammlung der Städtischen Galerie Schwalenberg (Landesverband Lippe) zwei eindrucksvolle Ölgemälde Cunows mit Schwalenberger Motiven, die eine sensible Farbgebung verraten. Da Frauen bis zum 1. Weltkrieg von einem Studium an Staatlichen Kunstakademien ausgeschlossen waren, studierte Cunow u.a. in der privaten Malschule von Hans Licht, über ihn kam sie vermutlich auch im Kreise seiner Schüler nach Schwalenberg.

 

Werke:

Burg in der Schwalenberger Landschaft, Öl auf Leinwand, o.J., 76 x 96 cm

Landschaft bei Schwalenberg, Öl auf Leinwand, o.J. 66 x 84 cm

 

Eicke, Friedrich (Dortmund 1883 – 1975 Detmold)

Der in Dortmund 1883 geborene Künstler Friedrich Eicke studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie bereits im Alter von 15 Jahren unter Arthur Kampf und Peter Janssen. 1902 verließ er als Meisterschüler von Eduard Gebhardt die Düsseldorfer Kunstakademie. Seit 1920 lebte und arbeitete er im lippischen Berlebeck nahe Detmold. In der lippischen Malerstadt Schwalenberg hielt er sich für mehrere Wochen auf und gestaltete die Fassade der Schwalenberger Künstlerklause und malte den Saal des dortigen Rathauses aus.

Zentrale Themen seiner impressionistischen und expressiven Malerei waren Landschaftsdarstellungen, Porträts, Stilleben und nicht zuletzt auch Interieurs.

 

Werke (Auswahl):

Markt in Schwalenberg, Öl /Leinwand, um 1925, 80 x 96 cm

Städtische Galerie Schwalenberg

 

Colorierte Skizzen für die Ausmalung der Künstlerklause, um 1929

Städtische Galerie Schwalenberg

 

Selbstbildnis, Tempera auf Hartfaser, 51 x 31,5 cm

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Gasthof Kanne in Berlebeck, 1921, Aquarell, 30 x 44,7 cm

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Fritzsche, Edwin (Obergrünberg 1876 – 1952 Bad Salzuflen)

Im sächsischen Obergrünberg 1876 geboren, ließ sich Edwin Fritzsche zum Lithographen ausbilden und studierte danach das Fach Malerei an der Weimarer Kunstschule von 1904 bis 1906. An der Münchner Kunstakademie setzte er seine Studien von 1907 bis 1909 fort. Ab 1918 wurde das lippische Bad Salzuflen seine Heimat. Bildinhalte seiner Malerei waren vornehmlich Landschaften und Porträts in einer expressiven Formensprache, die vor allem sein Spätwerk auszeichnet.

Werke:

Blick auf eine Kaffeehausszene, 1910, Skizzenbuch, Pastell

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Der Künstler am Frühstückstisch, Öl auf Holz,

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Blick auf Schötmar, 1920, Öl auf Leinwand

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Henckel, Karl (Horn 1881- 1950)

Als jüngster von fünf Brüdern wurde Karl Henckel in Horn/Lippe 1881 geboren und  war zunächst als Lithograph in der Detmolder Firma Klingenberg tätig. Er besuchte die Kunstakademien in Dresden und Kassel. Nach Horn kehrte er im Jahre 1921 zurück und hielt in seiner künstlerischen Arbeit das lippische Handwerk fest. Der letzte Leinenweber aus dem Jahre 1930, in Öl auf Leinwand ausgeführt ist eines dieser Werke, die im Lippischen Landesmuseum Detmold betreut werden.

 

Werke (Auswahl):

Waldeingang, Öl /Leinwand, 91 x 76 cm

Städtische Galerie Schwalenberg

 

Römerin, Öl /Leinwand, 1904

Städtische Galerie Schwalenberg

 

Der letzte Leinenweber, 1930, Öl auf Leinwand, 85 x 70 cm

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

 

Kämmerer d. Ä., Robert (Lippstadt 1870 – 1950 Berlin)

In Lippstadt 1870 geboren, in Kassel aufgewachsen, besuchte er in Kassel und Berlin die Kunstgewerbeschule. Sein künstlerisches Augenmerk galt der Landschaft um Zehlendorf und Berlin. Sein Name und der seines Sohnes sind eng mit Schwalenberg verbunden. In Tempera entstanden dort zahlreiche Werke mit Schwalenberger Motiven. Der Einfluss von Hans Licht in Schwalenberg hat auch das Werk Kämmerers nachhaltig geprägt. In Berlin starb der Maler, Illustrator und Zeichner Robert Kämmerer 80 jährig.

 

Werke (Auswahl):

Das Mörth im Herbst, Ölgemälde, 1925, 52 x 62 cm

Städtische Galerie Schwalenberg

 

Schwalenberger Rathaus, Federzeichung, 39,5 x 53 cm

Städtische Galerie Schwalenberg

 

Kämmerer- Rohrig, Robert (Berlin 1893 – 1977 Schwalenberg)

 

Sein Vater Robert Kämmerer war schon Landschaftsmaler und hat auch die Kunst seines Sohnes beeinflusst. In Berlin 1893 geboren, besuchte Robert Kämmerer- Rohrig die akademische Hochschule für bildende Künste in Charlottenburg. Zunächst noch in Berlin ansässig, kam er 1921 erstmalig nach Schwalenberg und hielt die nähere Landschaft in zahlreichen Bildern fest. Auch in Öl erfasste er Interieur- und Blumenstücke, die sich durch warme und leuchtende Farben auszeichnen. Von hohem dokumentarischem Wert ist die Darstellung des Rathausplatzes in Schwalenberg noch vor der Zerstörung 1945. Dieses Werk ist im Schwalenberger Rathaussaal dauerhaft ausgestellt. Weitere Landschaftsmotive aus Lippe führte er als Federzeichnung aus.

 

Werke (Auswahl):

Waldeingang bei Schieder, Ölgemälde, 1923

Städtische Galerie Schwalenberg

 

Marktplatz Schwalenberg, Öl /Hartfaser, 1955, 90 x 120 cm

Städtische Galerie Schwalenberg

 

 

Koepke, Robert (Bremen, 1893-1968)

Robert Koepke wurde am 7. Mai 1893 in Bremen geboren. Nach Abschluss der Volksschule machte er eine kaufmännische Lehre. Abends besuchte er Zeichenlehrgänge an der Kunstgewerbeschule Bremen. Nach Abschluss seiner Lehre zog er nach Hamburg, und bildete sich an der Hamburger Kunstgewerbeschule als Maler und Grafiker weiter.

Ende 1914 wurde Robert Koepke zum Kriegsdienst eingezogen, nach dem Krieg kehrte er nach Bremen zurück und nahm seine Studien an der Kunstgewerbeschule wieder auf.

In seinen jungen Jahren wurde Koepke von den Worpsweder Malern beeinflusst, zu denen er bereits früh Kontakte hatte, und während der Kriegsjahre experimentierte er mit den Ausdruckformen des Expressionismus.  Um 1925 jedoch kehrte er wieder zu einer eher realistischen Malweise zurück. Insbesondere seine späte Schaffensperiode war eher penibel als experimentierend. Dennoch haben Koepkes Arbeiten ihren eigenen, unnachahmlichen Stil; er  bleibt eigenwillig und aussagefreudig in der Komposition und Farbe seiner Ölarbeiten, wendet sich jedoch wieder stärker dem Thema Landschaft zu.

Um 1927 machte Koepke eine Radtour nach Lippe, die ihn auch nach Schwalenberg führte. Die Landschaft dort faszinierte ihn sogleich und bot einen reizvollen Kontrast  zu seinen bisherigen Bildmotiven der norddeutschen Tiefebene: das Bergland des südöstlichen Lippe verlangte seinem Farbempfinden ganz neue Aufgaben ab. Koepke erschien Schwalenberg und die lippische Landschaft als bewegtere Fortsetzung der statischen norddeutschen Tiefebene. Der Maler bewunderte das Aufblühen der Schwalenberger Landschaft im Frühjahr und liebte die Laubfärbungen des Herbstes; weshalb das Ehepaar Koepke seit 1927 jedes Jahr für mehrere Wochen im Frühjahr und im Herbst nach Schwalenberg reiste.

Auch der mittelalterliche Charakter des Ortes mit seinen Fachwerkhäusern faszinierte Koepke, vielfach dienten ihm die Schwalenberger Häuser als Motiv; aber auch die Burg, und die Umgebung von Schwalenberg mit den Bergen und Tälern um Schieder, Brakelsiek, Falkenhagen, Niese und Lothe sowie die Weserdörfer Richtung Höxter.

Sein abgestuftes Farbempfinden, seine meisterhafte Handhabung der Ölmischtechnik und seine ordnende Kompositionsfähigkeit ließen Werke von künstlerischer Prägnanz entstehen, die die Tradition hervorragender deutscher Landschaftsmalerei fortführten und sich auch bewusst zu ihr bekannten.

Zu anderen Malern der Freilichtmalerei, die sich in Schwalenberg aufhielten, wie Hans Licht, Friedrich Eicke oder den beiden Kämmerern, entwickelte Koepke nur sporadische Kontakte, da die anderen Künstler hauptsächlich im Sommer kamen. Koepke hingegen reizte vor allem der Wechsel der Jahreszeiten mit den leuchtenden Farben im Frühjahr und im Herbst.

Werke (Auswahl):

Landschaft mit Blick auf Stadt und Burg Schwalenberg, Öl, Hartfaser, o.J. 42 x 54 cm

Am Bach I, Öl Hartfaser, o.J.51 x 66 cm

Am Bach II, Öl Hartfaser, o.J.48 x 62 cm

 

Krieger, Margarethe (Blomberg 1877- 1953 Detmold)

In Blomberg 1877 geboren, fühlte sich Margarethe Krieger der Landschaft und insbesondere den Blumen zugewandt. Carl Bantzer wurde ihr Zeichenlehrer neben dem Maler und Bildhauer Walter Schlierhacke. Im Jahre 1908 erreichte der wohl bekannteste Impressionist der Schwalenberger Malerkolonie, Hans Licht, die im lippischen Südosten gelegene Malerstadt und unterrichtete auch die Blumen- und Landschaftsmalerin Margarethe Krieger. Mit 76 Jahren starb sie in Detmold.

Werke:

Herbststimmung, Öl/Leinwand, 62 x 55 cm

Städtische Galerie Schwalenberg

 

Licht, Hans (Berlin, 1876-1935)

Hans Licht, der wahrscheinlich durch Albert Kiekebusch von Schwalenberg erfuhr, sorgte für eine wachsende Popularität Schwalenbergs in der Berliner Künstlerszene. Der Landschaftsmaler reiste bereits 1908 nach Schwalenberg. Er kehrte in den folgenden Jahren immer wieder hierhin zurück und erteilte in Schwalenberg auch Mal- und Zeichenunterricht. In seiner privaten Malschule in Berlin bildete er angehende Berufskünstler und Zeichenlehrer aus, unterrichtete aber auch interessierte Laien. Insbesondere Frauen zählten zu seinen Schülerinnen, da diese bis zum 1. Weltkrieg von einem Studium an der Kunstakademie ausgeschlossen waren. Richteten sich seine Malstunden in Schwalenberg zuerst vorrangig an Interessierte vor Ort, brachte er in den folgenden Jahren auch Malschüler aus Berlin mit nach Lippe. 1920 reiste Licht erstmalig mit vierzig Schülern in Schwalenberg an und betrieb dort den gesamten Sommer über seine Malschule.

 

Werke (Auswahl):

Tal im Lippischen Südosten, Öl, Hartfaserpappe, o.J., 75 x 86 cm

Weg zum Schwalenberger Marktplatz, Öl, Hartfaserpappe, o.J. , 76 x 87 cm

Landschaft bei Schwalenberg, Öl, Hartfaserpappe, 1920

 

Rötteken, Ernst (Detmold 1882- 1945)

In Detmold 1882 geboren, besuchte er um die Jahrhundertwende die Kunstakademien in Düsseldorf und Karlsruhe und wurde in Karlsruhe Meisterschüler des renommierten Künstlers Wilhelm Heinrich Trübner

Ernst Rötteken erreichte Detmold nach seiner akademischen Ausbildung im Jahre 1908 und starb im Alter von 64 Jahren in Detmold.

Er hatte ein komplexes und vielgestaltiges Werk geschaffen. Seine Blumenstilleben im Linoldruck sind auch heute noch bekannte und beliebte Werke in seinem Oeuvre. Auch als Landschaftsmaler hatte sich Ernst Rötteken einen Namen gemacht.

Werke (Auswahl):

Schwalenberg unter der Malereiche, Öl/ Leinwand, 1925, 46,5 x 62 cm

Städtische Galerie Schwalenberg

 

Sennegehöft, 1905, Öl auf Leinwand, 99 x 110 cm

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Japanische Quitte, Linoldruck, 29 x 31 cm

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Rothe, Franz Eduard (Berlin1887-1975 Braunschweig)

Franz Eduard Rothe wurde 1887 in Berlin geboren. Er besuchte zunächst die Berliner Kunstschule und die Kunstgewerbeschule und schrieb sich 1908 an der Königlichen Hochschule für Bildende Künste ein. Er wurde Meisterschüler von dem Radierer und Kupferstecher Professor Hans Meyer. Nebenher schulte er sich auch im Landschaftsatelier von Friedrich Kallmorgen, wo er auch Hans Bruch kennenlernte. 1914 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst. In der Nachkriegszeit war er zunächst als Künstler in der Schweiz und in Italien tätig. 1922 kam er durch seine Heirat nach Braunschweig und wirkte dort zunächst als Kunsterzieher an einer Oberschule. Von 1932-1959 hatte er einen Lehrauftrag an der Technischen Hochschule in Braunschweig, die ihn im Alter von 68 Jahren zum Honorarprofessor machte.

Franz Eduard Rothe kam schon in seiner Berliner Zeit mit seinen Kollegen Hans Bruch und Berthold Ehrenwerth nach Schwalenberg. Gelegentlich brachte er Malschüler mit nach Schwalenberg, aber anders als Hans Licht war er auf solche Nebeneinkünfte nicht angewiesen.

Rothe malte viele Schwalenberger Motive, von ihm stammt auch das vermutlich letzte Bild vom Schwalenberger Marktplatz vor dessen Zerstörung im 2. Weltkrieg

Bis in die 1960er Jahre kehrte er immer wieder nach Schwalenberg zurück.

 

Ruest, Elisabeth (Hannover, 1861-1945)

Elisabeth Ruest  kam erstmalig 1908 nach Schwalenberg und kehrte jedes Jahr in die Malerstadt zurück. Ihre Arbeiten, die sie in Hannover ausstellte, sorgten auch in Niedersachsen für eine wachsende Bekanntheit Schwalenbergs. Durch sie wurde auch Emil Werner Baule (1870‑1953) auf Schwalenberg aufmerksam.

Werke: (Radierungen)

Blick auf den Schwalenberger Marktplatz

Schwalenberg Stadt und Burg

Fachwerkhaus mit Steintreppe in Schwalenberg

 

Schwiering, Heinrich (Bückeburg, 1860-1949)

Heinrich Schwiering wurde 1860 in Bückburg im Fürstentum Schaumburg-Lippe geboren. Von 1880-1887 studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie Porträt- und Landschaftsmalerei, insbesondere unter Professor Wilhelm Sohn, außerdem bei dem Genre- und Historienmaler Peter Janssen. Das dort erworbene Können kam ihm während seiner Zeit als Hofmaler in Bückburg zugute. Nach Abdankung des Schaumburg-Lippischen Fürstentums 1918 und der schwierigen Auftragslage für Porträtmalerei wandte sich Schwiering  verstärkt der Landschaftsmalerei zu. 1924 kam er erstmalig nach Schwalenberg und lernte dort weitere Landschaftsmaler kennen, z.B. Kämmerer, Baule und vor allem Hans Licht, wodurch seine Landschaftsmalerei neue Impulse erhielt. Bis zum 2. Weltkrieg kam Schwiering regelmäßig nach Schwalenberg und schuf dort Werke von impressiver, eindrucksvoller Farbigkeit, wobei er neben der Landschaft auch die Schwalenberger malte – so seine „Schwalenbergerin bei der Gartenarbeit“ oder die „Frau mit Sense in der Dämmerung“.

Werke (Auswahl): Frau mit Sense in der Dämmerung, Öl, o.J.

Schwalenbergerin bei der Gartenarbeit, Öl, o.J.

 

Sprick, Richard (Berlin 1901- 1968 Bad Salzuflen)

Der in Herford 1901 geborene Künstler Richard Sprick besuchte die Kunstgewerbeschule in Bielefeld und die Kunstakademie in Kassel und war als Landschafter und Porträtmaler bekannt. Seit 1943 lebte und arbeitete er freischaffend im lippischen Schötmar. Richard Sprick war auch ein reisender Künstler, der nach seiner Ausbildung in der Malerkolonie Worpswede von 1925 bis 1927 lebte und arbeitete. Im Alter von 67 Jahren starb er nach einem arbeitsreichen und erfüllten Leben, das er der Kunst gewidmet hatte.

Werke:

Selbstbildnis, 1935, Öl auf Holz, 72 x 69 cm

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Auf Marken, Niederlande, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Allee in Lippe, 1947, Öl auf Holz, 70 x 92 cm

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Zeller, Magnus (Berlin 1888 – 1972 Caputh)

Autodidaktische Malversuche und Kunstunterricht in Charlottenburg bei Lovis Corinth prägten das Leben und Werk des in Biesenrode am östlichen Rand des Harzes 1882 geborenen Magnus Zeller. Er wurde 1913 Mitglied der berühmten Berliner Secession, wo er seine Arbeiten vorstellte. Lithographien und Radierungen stammen von seiner Hand und sind Bestandteil der Sammlung in der Künstlerklause in Schwalenberg. Im lippischen Blomberg hatte er eine Zweitwohnung bezogen und richtete sich ein Atelier ein. Seine Kunstproduktion hatte einen politisch motivierten Hintergrund, so dass er auch in der Zeit des Nationalsozialismus sanktioniert und seine Kunst als entartet bezeichnet wurde. Zurückgezogen lebte er dann in Caputh bei Potsdam.

 

Werke:

Radierung

Lippisches Landesmuseum Detmold

 

Literatur: Frank Jahnke, Die Künstlerklause in Schwalenberg. Zur Geschichte der Schwalenberger Malerkolonie, Berlin 1998.

Mayarí Granados, Sommerfrische. Berliner Künstler in Schwalenberg, 1890-1950. Ausstellungskatalog Städtische Galerie Schwalenberg. Lippische Kulturagentur des Landesverbandes Lippe, 2013

 

 

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