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Malerstadt Schwalenberg – Bild der Woche 7

Friedrich Eicke (Dortmund 1883-1975 Berlebeck): Markt in Schwalenberg, Öl / Leinwand um 1925

Slg. Städtische Galerie Schwalenberg, Foto: Ulrich Heinemann, Detmold. 

Friedrich Eicke malte 1925 den Marktplatz in Schwalenberg im realistisch-impressionistischen Stil, der zu dieser Zeit von vielen Malern ausgeübt wurde. Dabei romantisiert Eicke das ländliche Leben zu einer Idylle: bei schönem Sonnenschein unter einem blauen Himmel zieht ein Bauer mit blauer Jacke und Strohhut mit seinem Ochsenkarren über den Marktplatz mit den schiefen Fachwerkhäusern, auf der linken Bildseite tummeln sich zwei weiße Gänse auf dem sonst leeren Platz. Im Vordergrund taucht der Schatten eines Baumes, dessen Äste man angeschnitten rechts oben am Bildrand sieht, den Weg in dunklere Partien, auf dem Platz selbst im Bildmittelgrund leuchtet helles Sonnenlicht. Die Ackerbürgerhäuser sind gut erkennbar und realistisch gemalt: ein grünes Fachwerkhaus links im Vordergrund, mit einem Giebel an der Gebäudefront, daran anschließend ein ockergelbes Fachwerkhaus sowie eine fortgesetzte Reihe von unterschiedlich verputzen Ackerbürgerhäusern in Weiß und Ocker. Im Hintergrund schließt der Platz mit den Giebelfachwerkhäusern am Polhof ab, die auch heute noch erhalten sind.

Die Ansicht zeigt den Marktplatz in Schwalenberg in Richtung Polhof, mit den Ackerbürgerhäusern, von denen drei im Jahr 1945 zerstört und nicht mehr aufgebaut wurden.

Friedrich Eicke wurde 1883 in Dortmund geboren, 1887 zog die Familie nach Münster. 1898 ermöglichte ein Stipendium Friedrich Eicke den Besuch der Düsseldorfer Kunstakademie, so dass Eicke sein Studium dort bereits in Alter von 15 Jahren aufnehmen konnte, seine Lehrer waren Arthur Kampf und Peter Janssen. 1902 verließ er die Düsseldorfer Kunstakademie, ging nach Berlin und absolvierte nach einem Jahr sein Examen als Zeichenlehrer. 1903 trat er eine Stelle in Düsseldorf an, 1907 ging er als Zeichenlehrer an einem Gymnasium ins ostpreußische Goldap. 1920 zog Eicke mit seiner Frau und seinen beiden Kindern ins lippische Berlebeck nahe Detmold, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete.

Friedrich Eicke gehörte zu den „Düsseldorfer Künstlern“ die sich häufig in der Malerstadt Schwalenberg aufhielten und die Geschichte als Malerstadt entscheidend prägten. Seine Fassadenmalereien an der „Künstlerklause“ sind auch heute noch ein sichtbares Zeichen für Schwalenbergs Geschichte als Malerstadt; außerdem sind von Eicke auch Wandmareleien im Saal des Schwalenberger Rathauses erhalten.

Friedrich Eicke bemalte das Fachwerkhaus „Künstlerklause“ 1930‑1933 nach dem Vorbild süddeutscher und österreichischer Fassadenmalerei. Anlass für die Neugestaltung der Fassade war der Umbau des ehemaligen Gasthofes Meier, der 1927 in „Künstlerklause“ umbenannt worden war. Das Gasthaus, das von Hermann Niederbracht geführt wurde, entwickelte sich bereits in den 1910er Jahren zum Mittelpunkt der Künstlerkolonie. Dort trafen sich die Künstler, präsentierten ihre Arbeiten, diskutierten sie und stellten sie zum Verkauf. Niederbracht, der ein leidenschaftlicher Kunstsammler war, erwarb so eine umfangreiche Bildersammlung.

Neben den großformatigen Wandmalereien sind von Eicke zahlreiche Gemälde und Zeichnungen erhalten. Zentrale Themen seiner realistisch – impressionistischen Malerei waren Landschaftsdarstellungen, Porträts, Stillleben und Interieurs.

(M.Granados)

 

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Aktuelles: Aufgrund der Corona-Pandemie bleiben die Museen in Schwalenberg in der ersten Ausstellungssequenz  geschlossen.

Das Jahresprogramm ist geändert: Die Ausstellungen  Martin Monnickendam sowie Karin Brosa/ Robert Matthes werden verschoben.

Wir eröffnen ab dem 5. Juli im Robert Koepke Haus die Ausstellung “MATISSE -PICASSO. Freunde und Rivalen.” Die Ausstellung ist bis zum 6. September 2020 zu sehen.

Die Städtische Galerie bleibt vorübergehend geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

 

 

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