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14. Dezember 2018

Arminius und Vercingetorix sollen Menschen von heute zusammenbringen

Nehmen Historiker oder Archäologen die Geschichte von Arminius und der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n.Chr. in den Blick, denken sie stets auch andere „Helden“ oder „Heldinnen“, die sich ebenfalls der Eroberung durch das Römische Reich wiedersetzten, mit. Beispiele sind Ambiorix in Belgien, Boudicca in England – und Vercingetorix in Frankreich. Wie Arminius bzw. Hermann, spielte dieser eine wichtige Rolle in der Herausbildung eines Nationalbewusstseins. Deshalb entstand die Idee, dass beide Museen, die sich mit diesen „Helden“ beschäftigen – das Lippische Landesmuseum in Detmold und der MuséoParc Alésia in Alise-Sainte-Reine – und die Träger beider Denkmäler kooperieren. Erste Gespräche dazu wurden nun in Frankreich geführt.

Martina Gurcke vom Team Europa und Internationale Zusammenarbeit der Stadt Detmold, Dr. Michael Zelle (Direktor des Lippischen Landesmuseums) und Ralf Noske (Geschäftsführer der für das Hermannsdenkmal zuständigen Denkmal-Stiftung beim Landesverband Lippe) wurden von Henri und Jacqueline Lechenet (Vereinigung der Städtepartnerschaften der Regionen Côte-d’Or und Bourgogne Franche-Comté), Michel Rouger (Direktor MuséoParc Alésia) und Amandine Monard (Bürgermeisterin von Alise-Sainte-Reine) herzlich begrüßt. Gemeinsam besichtigten sie den MuséoParc Alésia, das Vercingetorix-Denkmal in Alise-Sainte-Reine und Dijon, die Hauptstadt des Burgunds.

„Wir haben über mögliche Kooperationsprojekte bezüglich der Denkmäler des Arminius und des Vercingetorix sowie der Museen gesprochen“, erläutert Zelle. Er sieht günstige Voraussetzungen dafür, weil beide Museen und Denkmäler ähnliche Themen behandeln und ähnliche Vermittlungsansätze nutzen: „Sie informieren zu den antiken Ereignissen – das ist zum einen die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n.Chr., zum anderen die Schlacht um Alesia 52 v.Chr. – und beleuchten die Entwicklungen danach. Sie klären auf über die Indienststellung beider antiker Figuren – Arminius und Vercingetorix – für die Herausbildung eines Nationalbewusstseins im 19. und 20. Jahrhundert in Deutschland bzw. in Frankreich.“ Dadurch seien viele Anknüpfungspunkte für vitale Kooperationen gegeben, „auch hinsichtlich öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungsformate an den Monumenten“, ergänzt Noske. Ein erstes größeres Ziel könnte eine enge Kooperation im Jahr 2025 – dann feiern Landesverband Lippe und Detmold 150 Jahre Hermannsdenkmal – auf europäischer Ebene sein.

„Durch die kulturelle Dimension können wir unsere europäische Verbundenheit  weiter vertiefen“, betont Martina Gurcke  und sieht hier auch gute Möglichkeiten für Jugendbegegnungen und Schulaustausche, die sich mit den historischen Ereignissen und den daraus resultierenden verfremdeten Heldenbildern auseinandersetzen.

Ein Gegenbesuch der französischen Partner in Detmold für 2019 wurde bereits verabredet.

Hintergrundinformation:

Die Schlacht um Alesia war die Entscheidungsschlacht im Spätsommer 52 v.Chr. zwischen dem römischen Feldherrn Gaius Iulius Caesar und den Galliern unter Führung des Vercingetorix. Caesar besiegte die Gallier, und festigte damit die römische Herrschaft in Gallien für Jahrhunderte. Vercingetorix ist vielen Europäerinnen und Europäern aus dem Comic „Asterix und der Avernerschild“ bekannt.

Abbildung: Trafen sich zum Austausch unter dem Denkmal des Vercingetorix in Alise-Sainte-Reine (v.l.): Martina Gurcke (Stadt Detmold), Chantal Weyna (deutsche Studentin und Übersetzungshilfe), Ralf Noske (Denkmal-Stiftung Landesverband Lippe), Dr. Michael Zelle (Lippisches Landesmuseum), Michel Rouger (MuséoParc Alésia), Henri und Jaqueline Lechenet (Partnerschaftsvereinigung) sowie Etienne Fritz  (Juniorbotschafter des Deutsch-Französischen Jugendwerks)
(Foto: Denkmal-Stiftung).

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