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14. Oktober 2021

Das intelligente Holz der Zukunft

Smart Wood Center OWL Verein stellt bei Treffen Zukunftsvisionen vor

Wer sich am Abend des 11. Oktober im Freiraum des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake aufhielt, fand sich auf einer Zeitreise in die Zukunft wider. Beim Treffen des Smart Wood Center OWL Vereins wurden innovative Technologien und Visionen vorgestellt, mit dem Potenzial die Holzverarbeitung und die heimische Wirtschaft zu revolutionieren.

Die Region Ostwestfalen-Lippe ist das Herzstück der heimischen Möbelindustrie; von 32 Küchenherstellern in Nordrhein-Westfalen sind alleine 27 hier in der Region verortet. „Das macht den Standort ideal für die Errichtung des Smart Wood Center OWL, einem Kompetenzzentrum, das den nachwachsenden Rohstoff Holz und innovative Technologien verbindet“, begrüßte Professorin Katja Frühwald-König, Vorsitzende des Vorstandes, die Mitglieder. Für das Zentrum wird die Domänenscheune auf dem Areal des Schlosses Brake umgebaut, in einem Jahr ist dort das zukunftsweisende Smart Wood Center OWL verortet. Auf 1.000 Quadratmetern ist Platz für Workshop-Räume, Arbeitsplätze und Laborflächen. In Kooperationen mit lokalen Unternehmen wird in den Räumen zur Verarbeitung des Wertstoffes Holz geforscht, die Produktion weiterentwickelt und ein interdisziplinäres Netzwerk geschaffen.

Wie das aussehen kann, haben die Referenten des Abends demonstriert: Die Entwicklung von Julius Türich vom Startup LeafX digitalisiert die Prozesse der Forstbranche. Damit möchte das Bielefelder Unternehmen nicht nur Stift und Papier obsolet machen, wie der Titel des Vortrags verriet, sondern vor allem die Abläufe in der Forst vereinfachen und beschleunigen. Türich stellt in dem Zuge eine Software zur Holzvermessung vor; ein Foto mit dem Smartphone genügt und das System bestimmt den Festmeter des geernteten Holzes. Artem Schmalz von der Carl Zeiss IQS Deutschland GmbH brachte zur Veranstaltung seinen eigenen Stuhl mit – und demonstrierte ein neues optisches Messsystem. Per portablem Laser erstellt Schmalz ein digitales 3D-Bild des Stuhls. Durch den Einsatz des Scanners soll ressourcenschonend gearbeitet, Qualitätskontrolle betrieben und die Möglichkeit der Modifizierung gegeben werden.

Ressourcenschonung ist ein Stichwort, das die Akteure des Smart Wood Center OWL beschäftigt. Holz und Wald sind durch ihre Fähigkeit CO2 zu binden wichtige Komponenten, um den Klimawandel einzudämmen. Deshalb plädierte Ralf Petercord vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW für eine Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zur Energiewende. In dem Szenario spielt der nachwachsende Rohstoff Holz eine wichtige Rolle, doch wie zukunftsweisend er wirklich ist, damit hat sich Hanna Jürgensmeier, Prokuristin der ScMI, beschäftigt. Sie stellte sieben unterschiedliche, in sich geschlossene Szenarien vor, wie unser Umgang mit Holz in der Wirtschaft in Zukunft aussehen könnte. Dabei ging es nicht um Wunschdenken, sondern vielmehr um schlüssige Versionen, die zeigen welche Aspekte gemeinsam auftreten können. Die Landkarte der Zukunft schließt dabei kein Szenario aus, sie reichen von hoher bis zu niedriger Akzeptanz für die traditionelle Holznutzung.

„Der Austausch heute Abend hat besonders eines geschaffen: Raum für neue Ideen und kreatives Denken“, resümiert Arne Brand, vom Vorstand des Smart Wood Center OWL Vereins. „Genau das ist es, was wir durch die Errichtung des Kompetenzzentrums erreichen möchten: Eine Denkfabrik, um neue Wege zu finden mit dem Rohstoff Holz umzugehen und das im gesamten Wertschöpfungsprozess. Durch die Zusammenarbeit aller Akteure bin ich zuversichtlich, dass es uns gelingen wird die Verbindung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Forst zu stärken und die Wertschöpfung in der Region zu verbessern.“

 

Abbildung: Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast begrüßt die Mitglieder des Smart Wood Center OWL Vereins (Foto: Landesverband Lippe)

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