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24. Mai 2016

»Impulse für die tägliche Arbeit mit denkmalgeschützten Gebäuden«

Mit dem Landesverband Lippe verbinden die Studierenden der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in erster Linie eins: die Studentenwohnheime. Er stellt ihnen an verschiedenen Standorten in Detmold und Lemgo Appartements zur Verfügung. Rund 150 Innenarchitekturstudierende des Fachs „Ausbaukonstruktion und Werkstoffe“ haben aktuell einen weiteren Berührungspunkt mit dem Landesverband Lippe:  der Entwurf für die Neugestaltung der Kantine des Landestheaters Detmold. Der Landesverband Lippe als Eigentümer des Theatergebäudes verfolgt das Seminar mit großem Interesse.

„Unsere Studierenden machen im 4. Semester einen Entwurf für die Gestaltung eines Raums, der bis in Detail ausgearbeitet wird“, erläuterte Prof. Carsten Wiewiorra am Rande eines mehrtägigen Kolloquiums, bei dem die Studierenden ihre Entwürfe vorstellen und mit ihren Dozenten diskutieren.  Zusammen mit seinen Mitarbeitern Dipl.-Ing. Christian Schulze und Dipl.-Ing. Bernhard Forthaus hat Wiewiorra den Studierenden in diesem Frühjahr die Aufgabe gestellt, sich mit der Kantine des Landestheaters auseinanderzusetzen. „Die Entwürfe sind derzeit im Konzeptstadium. Im Kolloquium besprechen wir, ob die Entwürfe durchdacht und nachvollziehbar sind. Die Diskussion soll helfen, die Konzepte zu schärfen und zu vervollständigen, bevor die Studierenden dann in der nächsten Phase an die Ausarbeitung bis ins Detail gehen.“

Vorgaben waren z. B. die Schaffung von mindestens 45 Sitzplätzen, die Erarbeitung einer Lösung für den Raucherbereich sowie die Berücksichtigung der Ansprüche und Bedürfnisse verschiedene Nutzergruppen: „Der Raucherbereich ist z. B. eine spezielle Herausforderung und im Kontext mit Theatermenschen nicht zu vernachlässigen. Wir ermutigen die Studierenden, ihn nicht als ‚lästiges Beiwerk‘ zu betrachten, sondern eine Lösung dafür zu finden, die die Nichtraucher nicht beeinträchtigt und im besten Falle sogar etwas Interessantes daraus macht.  Bei der Theke hingegen geht es um optimale Abläufe für Mitarbeiter und Gäste und eine ansprechende Präsentation für den Kunden.“

Die Dozenten sparten bei der Diskussion der Entwürfe nicht mit kritischen Fragen und Kommentaren, denn „wir wollen unsere Studierenden anspornen, mutig und kreativ zu sein, vorgegebene Situationen ganz bewusst anders zu denken, die Bausubstanz sinnvoll zu verändern, Abläufe und Wegebeziehungen zu verändern und zu optimieren. Sie sollen verschiedene Lösungen ausprobieren, um einen wirklich kreativen Entwurf zu entwickeln“, betont Wiewiorra.

Architekt Andreas Prange von der Immobilienabteilung des Landesverbandes  Lippe verfolgte die Diskussion mit großem Interesse: „Wir freuen uns, dass die Hochschule eines unserer Gebäude für eine Seminaraufgabe gewählt hat. Derzeit planen wir zwar keine Neugestaltung der Kantine des Landestheaters. Die Entwürfe der Studierenden geben uns aber interessante Impulse für unsere eigene Arbeit, die zu einem großen Anteil darin besteht, moderne Raumlösungen in historischen, denkmalgeschützten Gebäuden zu schaffen.“  Prange würde diese Form der Kooperation mit der Hochschule gern vertiefen: „Der Landesverband hat viele Immobilien, die unter unterschiedlichen Gesichtspunkten Herausforderungen bieten. Denkbar wäre auch, einmal für ein konkretes Projekt einen Studentenwettbewerb  auszurichten. Für die Studierenden wäre es bestimmt ein schöner Anreiz, wenn einer ihrer Entwürfe am Ende realisiert würde.“ Auch aus Sicht der Dozenten wäre dies eine großartige Unterstützung und Ansporn der Studierenden bei ihrer Ausbildung.

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