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28. Januar 2021

Laubholzeinschlag im Forstrevier Nassesand in vollem Gange

Befall durch Borkenkäfer: auch im Nadelholz wird gearbeitet

Im Forstrevier in Nassesand laufen wieder die Motorsägen. Wo man einerseits versucht den Borkenkäfer einzuholen, ist man andererseits mitten im saisonüblichen Laubholzeinschlag. Davon profitiert nicht nur die örtliche Holzwirtschaft, auch für den Wald ist die Laubholzernte Bestandspflege und willkommene Verjüngungskur.

Wer in diesen Tagen im Forstrevier Nassesand unterwegs ist, bemerkt mit Sicherheit die vielen Baumstämme, die zuweilen den Weg säumen, denn im Wald findet wieder Laubholzeinschlag statt. Die gefällten Buchen und Eichen werden an die heimische Furnier- und Sägeindustrie, sowie örtliche Brennholzkunden, verkauft. „Unser Holz geht nicht über den großen Teich“, versichert Förster Jens Tegtmeier. Was schlussendlich aus dem Holz wird, darüber entscheidet die Dicke, Form und Farbe des Stammes. Hat dieser beispielweise dunkle Flecken, so tut das zwar der Stabilität keinerlei Abbruch, doch in der Produktion wird das Holz dann an nichtsichtbaren Stellen verwendet; beispielweise im Inneren eines Sofas als Polstergestell. Der Holzverkauf ist eine der Einnahmequellen für den Landesverband Lippe. Man komme einem Auftrag nach, erklärt Tegtmeier. „So können wir die Kultur für die lippische Bevölkerung finanzieren und gleichzeitig die heimische Industrie fördern.“

Der Laubholzeinschlag ist für den Wald auch jedes Mal die Gelegenheit durchzuatmen. Indem man Buchen fällt, können in Mischbeständen die benachbarten Eichen und Edellaubhölzer besser gedeihen und ihre Kronen haben Platz sich auszubreiten. Zudem wird so für eine ausgewogene Altersstruktur des Waldes gesorgt. An lichten Flächen gelangen Sonnenstrahlen auf den Waldboden und sorgen dadurch für eine Naturverjüngung und eine artenreiche Krautschicht. So geht der Zyklus stetig weiter. „Das ist vor allem aus ökologischer Sicht sehr interessant“, findet Tegtmeier, „Laubholzeinschlag gibt auch immer dem Neuen eine Chance sich zu entwickeln. Wenn neue Baumarten hinzukommen, haben wir in Zukunft sozusagen einen kunterbunten Garten.“ Das sorgt für klimastabile Wälder, fördert die grüne Lunge und erhält Lebensraum.

Viele der älteren Fichten im Forstrevier Nassesand wiederum, müssen aufgrund des Borkenkäfers gefällt werden. Der Befall durch das Insekt hat dazu geführt, dass die Bäume nicht mehr stabil stehen. Das abgestorbene Fichtenholz ist trotz allem ein wertvoller Rohstoff und wird beispielweise zu Bau- und Verpackungshölzern weiterverarbeitet. Mit dem Käfer befallenes Holz wird zu Hackschnitzeln für die lippischen Heizkraftwerke geschreddert. Wirtschaftliche Gründe werden jedoch klar zurückgewiesen: „Bei einem Borkenkäferbefall muss schnell reagiert werden, da die Käfer sich im Sommer rasend schnell ausbreiten“, erklärt Tegtmeier. Durch die Maßnahmen hofft er die Borkenkäferpopulation bis zum Frühjahr stark zu reduzieren. Wird ein betroffener Baum übersehen, kann das zu einem Befall von vielen weiteren gesunden Fichten führen. Die Trockenheit der letzten Jahre hat zudem ihr natürliches Abwehrsystem geschwächt.

Wer im Naturschutzgebiet Externsteine einen gefällten Baum sichtet, der sollte wissen, dass dieser aus reinen Sicherheitsgründen gefällt wurde. „Sonst lassen wir Natur Natur sein“, versichert Tegtmeier. Die Bäume werden lediglich gefällt, wenn sie ein Risiko darstellen, weil sie alters- oder schädlingsbedingt an Stabilität verloren haben. Um keine Wanderer zu gefährden, wird zur Säge gegriffen. Anschließend lässt man den Baum am Waldboden liegen. So bildet er einen willkommenen Lebensraum für Insekten und Pilze.

 

Bildunterschrift: Dem Borkenkäfer Herr werden: Aufgrund des Befalls müssen zahlreiche Fichten im Forstrevier Nassesand gefällt werden. (Foto: Landesverband Lippe)

 

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