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16. März 2018

»Mehr Lebensqualität für alle«

Vor rund sieben Jahren haben der Landesverband Lippe und das Jobcenter Lippe ein Projekt initiiert, das es sozial bedürftigen Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, am kulturellen Leben in Lippe teilzunehmen: Leistungsberechtigte nach dem Sozialgesetzbuch II und Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten seit Mai 2011 kostenfrei die KulturCard des Landesverbandes Lippe, die ihnen den Besuch der Dauerausstellungen in den Kultureinrichtungen des Landesverbandes Lippe und assoziierten Einrichtungen sowie den Aufstieg auf Externsteine oder Hermannsdenkmal für ein ganzes Jahr ermöglicht. Die Nachfrage nach den KulturCards ist nach wie vor verhalten. Deshalb freuten sich beide Partner über eine Anfrage von 20 Flüchtlingen aus Blomberg. Mit der Übergabe der Karten an sie wollen Landesverband Lippe und Jobcenter Lippe ihr Angebot nochmals in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

„Familien und Erwachsene, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II oder dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, sind oftmals vom gesellschaftlichen und kulturellen Leben ausgeschlossen, weil sie häufig kein Geld für den Besuch von Kultureinrichtungen erübrigen können. Der Landesverband Lippe will ein Zeichen setzen und ihnen kostenfrei den Zugang zu seinen Einrichtungen und assoziierten Partnern ermöglichen – und ihre Lebensqualität auf diese Weise erhöhen“, erklärt Verbandsvorsteherin Anke Peithmann die Motivation für das Angebot. Lippe habe eine ausgesprochen spannende Geschichte und hochkarätige Kunst und Kultur zu bieten, die es neu oder wieder zu entdecken gilt. „Alle Menschen in Lippe sollten von der regionalen Kulturvielfalt profitieren können, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Einkommen.“

Für das Projekt konnte der Landesverband Lippe seinerzeit das Jobcenter Lippe gewinnen: „Die Idee, unsere Kulturregion allen Lipperinnen und Lippern zugänglich zu machen, ist absolut unterstützenswert“, betont Jobcen-ter-Vorstand Henning Matthes. „Besonders für die Kinder unserer Kundinnen und Kunden ist es wichtig, dass sie Zugang zu den gleichen kulturellen Bildungsangeboten haben wie ihre Altersgenossen.“ Anke Peithmann und Senay Sadikoglu, die beschäftigungsorientierte Beraterin des Jobcenters Lippe in Blomberg, überreichten nun 20 KulturCards an Zuwanderer, die derzeit bei der CompetenzWerkstatt Beruf am Standort Blomberg im Auftrag des Jobcenters Lippe an der Maßnahme „Ankommen“ teilnehmen.

Die CompetenzWerkstatt Beruf ist ein gemeinnütziger Bildungsträger, der Jugendliche und Erwachsene in der Entwicklung ihrer persönlichen Lebens- und Arbeitssituation durch Qualifizierungsangebote fördert, motiviert und auf eine (Wieder-)Eingliederung in den regionalen Arbeitsmarkt hinwirkt. Die vom Jobcenter Lippe initiierte Maßnahme „Ankommen“ legt den Grundstein im Maßnahmen-Portfolio des Jobcenters zur beruflichen Integration von Zuwanderern und wird im Anschluss durch einen Integrationskurs und die Aktivierungs- und Integrationsmaßnahme AktiF sinnvoll ergänzt. Die Maßnahme „Ankommen“ bietet eine erste, dreimonatige Orientierung zum sozialen und kulturellen Leben, aber auch zum Ausbildungssystem und zum Arbeitsmarkt in Deutschland. Die Zuwanderer erarbeiten ein persönliches Hilfenetzwerk sowie eine berufliche Wegeplanung.

Die aktuellen Teilnehmer sind zwischen 25 und 62 Jahre alt, stammen aus Eritrea, Syrien, Afghanistan, Nigeria, dem Iran und dem Irak. Von den KulturCards profitieren neben den Eltern auch ihre rund dreißig Kinder.

„Wir freuen uns über das Interesse dieser 20 Zuwanderer und hoffen, dass sie ihre KulturCards rege nutzen und so ihre neue Heimat Lippe als geschichtsträchtige und kulturell vielfältige und lebendige Region näher kennenlernen“, sagten Peithmann und Matthes. „Und wir würden uns freuen, wenn mehr Bürgerinnen und Bürger, die Kunden des Jobcenters Lippe sind, dieses Angebot nutzen.“

 

Weiterführende Information:

Interessenten können sich an ihre Beraterin oder ihren Berater für wirtschaftliche Hilfen des Jobcenters Lippe wenden, um die kostenlose KulturCard zu erhalten. Teilnehmenden Kultureinrichtungen sind: das Lippische Landesmuseum, das Weserrenaissance-Museum,  die Lippische Landesbibliothek, das Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen, die Galerien der Malerstadt Schwalenberg, das Klingende Museum Burg Sternberg sowie die Externsteine und das Hermannsdenkmal.

Abbildung:

Abdulah Sharaf, Shaker Rasuly, Yumna Asfari und Laila Waizi (vorne, von links) halten „ihre“ KulturCard in die Kamera. Mit ihnen freuen sich über die KulturCards die übrigen Zuwanderer des Kurses (im Hintergrund), unter ihnen auch Verbandsvorsteherin Anke Peithmann, Senay Sadikoglu (Beraterin für Zugewanderte, Jobcenter Lippe), Dr. Kristina Langnäse (Koordinatorin CompetenzWerkstatt Beruf gGmbH), Cathrin Fuller (Maßnahmeleitung), Ingrid Denhardt-Degen (Sozialpädagogin) und Vera Scheef (Kulturagentur des Landesverbandes Lippe).

Foto: Landesverband Lippe

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