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28. März 2019

Schülerinnen arbeiten Geschlechterklischees entgegen

Fünf Mädchen erlebten den Girls’ Day in zwei Abteilungen des Landesverbandes Lippe

Zum fünften Mal hat sich der Landesverband Lippe mit seinen Abteilungen am Girls’ Day beteiligt. Dieser bietet Mädchen und jungen Frauen die Möglichkeit, sich einen Tag lang in klassischen „Männerberufen“ auszuprobieren und soll ihnen Mut machen, technische Berufe in ihrer Karriereplanung zu berücksichtigen. „Die Berufe beim Landesverband Lippe sind vielfältig, jeder birgt sein eigenes Aufgaben- und Anforderungsprofil. Wir wollen erreichen, dass Interesse und Eignung über die berufliche Zukunft entscheiden und nicht das Geschlecht. Der Girls’ Day sowie der Boys’ Day sind dabei gute Werkezeuge“, sagt Verbandsvorsteherin Anke Peithmann. „Ganz unabhängig davon, ob die ausprobierten Aufgaben ihnen zusagen, freuen wir uns, dass junge Menschen sich Gedanken über ihre zukünftige Arbeit machen.“

Paula Leßmann bewies ihre Fähigkeiten als Hausmeisterin in den Räumen des Weserrenaissance-Museums. Hierfür musste sie sich in die technischen Anlagen der Museumsräume einfinden, die für das gleichbleibende Klima sorgen, und konnte die vielen Schalter der Alarmanlage bestaunen. Die Arbeitspraxis in der Haustechnik war für sie etwas komplett Neues: „Mir hat gefallen, dass ich nicht nur verschieden Arbeiten ausprobieren konnte, sondern auch in die Ausstellung reinschauen durfte“, so die Schülerin. Thomas Senke als zuständiger Museumtechniker betreute Paula Leßmann und attestierte ihr großes Potential: „Natürlich freue ich mich, wenn ich sehe, dass sich eine Schülerin für meine Arbeit begeistert. Paula hat das wirklich gut gemacht.“

Ebenso motiviert versuchten sich vier Schülerinnen, Alena Schmutte, Malina Schmutte, Susanna Wittwer und Thea Vössler auf dem Gebiet der Bodendenkmalpflege des Landesverbandes Lippe. Die Aufgaben der beim Lippischen Landesmuseum angesiedelten Bodendenkmalpflege für das Gebiet des Kreises Lippe sind u.a. das Erkunden, Untersuchen und Dokumentieren von Bodendenkmälern durch archäologische Ausgrabungen. Als Grabungstechniker ist hierfür Roland Schaberich vom Lippischen Landesmuseum immer vor Ort. Da das Wetter sich von seiner besten Seite zeigte, ging es für die Gruppe aufs Grabungsfeld an der Gildestraße in Lemgo. An mehreren Stellen entlocken die Grabungstechniker und -technikerinnen dem Lehmboden die Relikte eines ehemals hier befindlichen Germanendorfs. Um eventuelle Fundstücke nicht zu beschädigen, wurde der Lehm mit verschiedenen Kellen Schicht für Schicht abgetragen. Malina Schmutte hatte sich das ein bisschen anders vorgestellt: „Ich dachte, dass man so etwas mit dem Pinsel macht. Aber mit der Jätehand macht es auch Spaß.“ Roland Schaberich zeigte sich voll und ganz zufrieden mit dem Verlauf des Girls’ Day: „Die Mädchen haben sich toll eingebracht und nehmen einen guten Eindruck von meiner Arbeit mit nach Hause.“

 

Abbildung: Paula Leßmann und Thomas Senke an den Ventilen im Heizungskeller des Weserrenaissance-Museums. (Foto Landesverband Lippe)

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