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11. Februar 2021

Waldgebiet rund um die Burg Sternberg nach Eisbruch regeneriert

Kälte hat 1988 70-80 Hektar Wald zerstört

Das Jahr 1988 wird Karl Schröder lange in Erinnerung bleiben. Der ehemalige Förster des Landesverbandes Lippe war dabei, als ein Eisbruch insgesamt 70-80 Hektar Wald zerstört hat. Auch ein Teil der Wälder des Landesverbandes waren betroffen. Ein Besuch in den Wäldern rund um die Burg Sternberg zeigt, dass sich das Gebiet, 33 Jahre später, weitestgehend erholt hat. Die Spuren der Katastrophe sind zwischen den neuen Bäumen verschwunden.

Eisige Kälte, nasser Schnee, das Wetterphänomen gepaart mit Windstille wurde den Bäumen zum Verhängnis. Insgesamt wurden 70-80 Hektar Wald durch das Winterwetter zerstört. Besonders die vielen Einzelbrüche trugen zu dem hohen Verlust bei. Während den größten Schaden die Nordhänge am Teutoburger Wald zu verzeichnen hatten, waren auch Teile des Lipperlandes betroffen. Waldareale an der Burg Sternberg gehörten zu diesen Gebieten. Am 1. Dezember 1988 sammelte sich auf den Bäumen so viel Gewicht an Eis, dass die Äste und Wurzeln dem nicht mehr standhalten konnten. Fotos von damals zeigen das gesamte Ausmaß der Katastrophe. Heute erinnern nur noch grüne Mooshügel auf den Wurzeltellern an den Verlust der Bäume.

In der Regel ist Nadelholz anfälliger für Eisbruch, es bietet dem Eis mehr Angriffsfläche als die kahlen Laubbäume es tun. Im Jahr 1988 jedoch war auch das blätterlose Laubholz nicht vor dem Phänomen gefeit. Ein Baum nach dem anderen ist gekippt, weil er die Masse an Eis nicht mehr tragen konnte. Förster Christopher Kroos bezeichnet den Vorfall von damals als Dominoeffekt: „Ist einer gefallen, sind alle gefallen. Dabei waren das allesamt gesunde Bäume, keiner davon hatte schon vorher an Stabilität verloren.“ Um keine Wanderer und Spaziergänger zu gefährden, musste das betroffene Gebiet gesperrt werden. Die Aufräumarbeiten haben bis Ostern 1989 angehalten. Dank Fördergeldern konnten die Reviere wieder aufgeforstet werden, während sich manche Bestände durch Naturverjüngung regeneriert haben.

Um Vorfälle wie diesen vorzubeugen, betreiben Förster Präventionsmaßnahmen. Den Bäumen, und besonders ihren Kronen, Raum zum Wachsen zu geben ist ein wichtiger Aspekt: „Die Krone eines Baumes ist der Spiegel seiner Wurzeln“, erklärt Kroos, „Je größer die Krone ist, desto stabiler steht der Baum im Boden.“ Anfällig für solche Phänomene sind auch Monokulturen; damals nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vorwiegend Fichten gepflanzt, um dem Bedürfnis nach Holz schnellstmöglich nachzukommen. Durch den Eisbruch ist nun ein schöner Mischwald entstanden. „Jede Katastrophe hat auch die Chance zum Wandel“, resümiert Kroos. Mit dem neuen Bestand im Wald zeigt der Förster sich zufrieden.

Grund zur Sorge, dass der aktuelle Wintereinbruch den Bäumen abermals zum Verhängnis werden könnte besteht nicht. Da der Schnee trocken ist bildet er keine undurchdringbare Eisschicht auf den Ästen, wie es 1988 der Fall war.

Bildunterschrift:  Ein Bild vom Waldareal Schanzenberg in der Nähe der Burg Sternberg, unterhalb der „Polackenschanze“ in Blickrichtung Norden. Heute erinnern nur noch die mit Moos bedeckten Flächen an die Bäume, die dort einst gestanden haben. Das Gebiet hat sich weitestgehend regeneriert. Foto: Landesverband Lippe

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