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06. August 2019

Zunehmende Verstöße im Naturschutzgebiet Externsteinen

Müll, Ruß und Ruhestörungen stellen unnötigen Stress für das Ökosystem dar

Plastikfolien, die zwischen Bäumen gespannt sind und mit Farbe besprüht wurden. Glasscherben auf dem Waldboden. Eine Grillausrüstung an einem, durch Ruß geschwärzten Felsen. Das sind Spuren von rücksichtslosem Verhalten an den Externsteinen, die immer häufiger zu sehen sind. Sehr zum Schaden der Natur und der Besucherinnen und Besucher, die diese Natur einfach genießen wollen.

So steht zu befürchten, dass aufgrund der Störungen die Uhus, die an den Externsteinen seit mehr als zehn Jahren zuhause sind, ihren Brutstandort aufgeben. „Der Landesverband Lippe als Grundeigentümer sieht sich dadurch gezwungen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“, sagen Ralf Noske und Peter Gröne, Geschäftsführer der Denkmal-Stiftung des Ladeverbandes Lippe. Mit Grillausrüstung und Plastikfolien im Wald, die einfach liegengelassen werden, sei eine neue Dimension der Verschmutzung eines der ältesten Naturschutzgebiete Lippes erreicht. In Zeiten, in denen über das Eindringen von Mikroplastik in die Naturkreisläufe diskutiert werde, sei das ein besonders verantwortungsloses Verhalten.

Genauso sieht es auch die Schutzgemeinschaft Externsteine, die sich neben der Erforschung auch die Bewahrung dieses einzigartigen Gebietes zur Aufgabe gemacht hat. „Plastikfolien und die abblätternde Farbe stellen eine Gefahr für viele wildlebende Tiere dar“, sagt Robin Jähne von der Schutzgemeinschaft. Er kennt zahlreiche Beispiele, bei denen sich Tiere in solchen Folien verfangen und qualvoll sterben.

Nicht zu unterschätzen sei auch die Waldbrandgefahr. „Auch wenn zwischendurch mal ein Regenschauer fällt, im Wald herrscht Wasserdefizit. Das ist besonders an den Fichten zu erkennen, die nach und nach wegen der Trockenheit und dem damit im Zusammenhang stehenden Borkenkäferbefall absterben“, sagt Jähne. Und Ralf Noske ergänzt: „Schon ein umkippendes Teelicht oder eine Glasscherbe in der Sonne können einen Waldbrand verursachen. Oder einen Schwelbrand im Untergrund, der sich ausbreitet.“ Deswegen appellieren der Landesverband Lippe und die Schutzgemeinschaft Externsteine an alle Menschen, denen die Externsteine am Herzen liegen: „Helft uns, die Natur so zu bewahren, wie sie ist.“ Wer bemerkt, dass im Wald gegrillt wird, dass Feuer gemacht oder gezeltet wird oder dass Bäume mit Plastikfolien umwickelt werden, der sollte seine Beobachtungen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesverbandes Lippe im Infozentrum Externsteine melden.

Der Landesverband Lippe plant, die Kontrollen im Naturschutzgebiet künftig zu verstärken. So werden Mitarbeiter auf Patrouille gehen und ein Sicherheitsdienst Streifenfahrten auch nachts unternehmen. „Dies geschieht im Interesse der Menschen, denen die Felsen und die Natur wirklich wichtig sind, und im Interesse der Natur“, sagte Peter Gröne.

 

Bildunterschrift:

Eine Feuerstelle an den Externsteinen stellt nicht nur eine Verschmutzung dar, sondern erhöht auch das Waldbrandrisiko (Bild: Landesverband Lippe).

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