Navigation überspringen
31. Januar 2018

Zwischenbilanz: »Friederike« verursacht Sturmholz von ca. 52.000 Festmetern

Die vom Orkantief „Friederike“ verursachten Sturmschäden haben nicht das Ausmaß der Schäden von Orkan Kyrill im Jahr 2007, die vorläufige Schadenserhebung ist abgeschlossen und die Aufräumarbeiten dauern weiter an: Das waren die drei Kernaussagen eines Berichts von Forstdirektor Hans-Ulrich Braun in der heutigen Sitzung der Verbandsversammlung. Der Leiter der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe zog eine erste Bilanz zu den Auswirkungen des Sturms vom 18. Januar 2018 in den Wäldern des Landesverbandes Lippe.

„Wir haben deutlich weniger Schäden zu verzeichnen als 2007 beim Orkan Kyrill, weil wir ohnehin über einen verhältnismäßig geringen Nadelholzanteil verfügen und stärker auf von Laubholz dominierte, artenreiche Mischwälder setzen“, sagte Verbandsvorsteherin Anke Peithmann. Sie hatte sich bei Ortsbegehungen selbst ein Bild von den Schäden und den sofort anlaufenden Aufräumarbeiten gemacht: „Wir konnten unverzüglich nach dem Sturm mit unseren eigenen Forstwirten die erforderlichen Arbeiten beginnen. Hier zeigt sich, dass es von großem Vorteil ist, auf unsere erfahrenen Förster und Forstwirte bauen zu können, die ihre Arbeitszeiten flexibel angepasst haben, und auf unsere Partnerunternehmer wie z. B. Rückunternehmer vor Ort, mit denen wir z. T. schon lange und sehr gut zusammenarbeiten und die ebenfalls unverzüglich zur Stelle waren. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kreis Lippe, Straßen NRW und Feuerwehren lief hervorragend“, lobte sie.

Nach einer ersten Zwischenbilanz verursachte Sturm „Friederike“ in den Wäldern des Landesverbandes einen Windwurfschaden von ca. 51.800 Festmetern Holz. Davon entfallen rund 10.000 Festmeter auf Laubholz und rund 41.800  Festmeter auf Nadelholz. „Das entspricht ca. 40% unserer Jahreseinschlagsmenge von ca. 127.000 Festmetern Holz. Vom Schadensausmaß durch Kyrill sind wir damit weit entfernt: Damals haben wir ca. 126.000 Festmeter Sturmholz ernten müssen“, erläuterte Braun. Schadensschwerpunkte seien vor allem die Wälder am Westrand des Teutoburger Waldes gewesen, hier insbesondere das Revier Detmold-Hiddesen mit Flächen rund um den Donoper Teich und um das Hermannsdenkmal. Zudem wurden Wälder in den Forstrevieren Barntrup und Kalletal in Mitleidenschaft gezogen, sowie flächendeckend der lippische Südosten. Die Hauptschadflächen habe „Friederike“ südlich bzw. südöstlich von Lippe – im Kreis Höxter und im angrenzenden Niederachsen –  verursacht.

Der Sturm habe in den Landesverbandswäldern vor allem einzel- und nesterweise Bäume geworfen. „Es gibt nur wenige größere Flächen von bis zu zwei Hektar, auf denen nahezu alle Bäume – und zwar gesunde Fichten – mitsamt ihren Wurzeln umgestürzt sind.“ Die Aufräumarbeiten seien generell schwer und gefährlich. „Aufgrund der aktuellen, feuchten Witterungslage und der nassen Böden, können zurzeit viele Flächen nicht mit Maschinen befahren werden. Die Bodenschäden wären immens und stünden in keinem Verhältnis zur geernteten Holzmenge. Vieles müssen unsere Forstwirte sukzessive aufarbeiten, das erfordert viel Zeit. Die Arbeiten werden noch das ganze Jahr dauern.“

Die Holzmenge, die nun vermarktet werden muss, treffe aber auf einen aufnahmefähigen Holzmarkt. Gerade Fichtenholz sei von den Sägewerken aufgrund des Baubooms sehr gesucht.

Braun wies abschließend nochmals ausdrücklich auf das bis zum 28. Februar 2018 geltende Betretungsverbot für Wälder in Lippe hin: „Seit dem Inkrafttreten der entsprechenden Verordnung treffen unsere Förster und Forstwirte immer wieder Wanderer, Spaziergänger oder Fahrradfahrer in unseren Wälder an. Es besteht nach wie vor Lebensgefahr, noch immer können Bäume umfallen, oder größere Äste oder Kronenteile herausbrechen und auf Wege stürzen.“

 

Abbildung: Geschädigte Bäume, die mit ihren Kronen noch in anderen Bäumen hängen, können auf Wege oder Straßen herunterstürzen. Im Bild die derzeit gesperrte Stoddartstraße zwischen Detmold-Hiddesen und Detmold-Pivitsheide. Foto: Landesverband Lippe

Aktuelles