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16. Dezember 2019

Besonderer Beitrag zum Beethovenjahr

Interaktive Ausstellung eröffnet neue Zugänge zu Beethoven und verbindet Elemente aus Musik und Informatik zu neuem Ganzen

Akteure der Hochschule für Musik Detmold haben anlässlich des bevorstehenden Jubiläumsjahres, das den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens feiert, eine einzigartige Installation entwickelt: Unter dem Titel „Inside Beethoven! Das begehbare Ensemble“ sind die Besucherinnen und Besucher des Lippischen Landesmuseums, in dem die Ausstellung seit dem 14.12. zu sehen ist, eingeladen, den „Klassiker“ Ludwig van Beethoven auf neue Weise zu entdecken. Das Exponat ist im Beethovenjahr neben Detmold in wichtigen Museumszentren in Paderborn, Bonn, Leipzig, Wien und Frankfurt zu sehen. Eine CD mit einem umfangreichen Dokumentationsband, herausgegeben vom Beethoven-Haus Bonn, ist an den Ausstellungsorten sowie im Handel erhältlich.

Wenn Musikerinnen und Musiker auf der Bühne stehen und spielen, hält das Publikum respektvoll Abstand. Normalerweise bekommt es dabei einen Eindruck vom Gesamtklang eines musizierenden Ensembles. „Nicht so bei diesem Projekt“, erklärt Prof. Dr. Aristotelis Hadjakos, der Leiter des Zentrums für Musik und Filminformatik. „Indem Museumsbesucher den Raum des spielenden Ensembles betreten, der durch Bildschirmdisplays symbolisiert wird, können sie den Spielenden, sei es Fagottist oder auch Pianist unmittelbar zuhören.“ Durch dieses „Mittendrin-Erlebnis“ werden neue Zugänge eröffnet, die dem Publikum sonst verborgen und nur den Musizierenden vorbehalten bleiben. Die Musik, ihre polyphone Struktur, das Spiel jedes einzelnen Instrumentes und sein Beitrag zum Gesamtklang werden plötzlich transparent.

Gespielt wird Ludwig van Beethovens Septett Es-Dur op. 20 sowohl in der Version für Bläser und Streicher als auch in Beethovens eigener Triobearbeitung für Klavier, Klarinette und Cello op. 38. Auf digitalen Notenpulten können die gespielten Noten verfolgt werden.

Bei dem Projekt „Inside Beethoven! Das begehbare Ensemble“ verbinden sich raffinierte Audioproduktionen, komplexe Musikinformatik und neueste Erkenntnisse der Musikwissenschaft und der digitalen Musikedition zu einem einzigartigen Exponat an der Schnittstelle zwischen Kunst und Computer. Entwickelt wurde es durch das Zentrum für Musik- und Filminformatik der Hochschule für Musik Detmold und der Technischen Hochschule OWL in Kooperation mit dem Forschungsprojekt „Beethovens Werkstatt“ des Beethoven-Hauses Bonn und des Musikwissenschaftlichen Seminars Paderborn/Detmold, dem Zentrum Musik – Edition – Medien sowie den künstlerischen Studiengängen und dem Erich-Thienhaus-Institut der Hochschule für Musik Detmold.

Es musizieren Thomas Lindhorst (Klarinette), Tobias Pelkner (Fagott), Norbert Stertz (Horn), Maria-Elisabeth Lott (Violine), Veit Hertenstein (Viola), Andreas Arndt (Violoncello), Stanislau Anishchanka (Kontrabass) sowie Thomas Wypior (Klavier).

Das Projekt „Inside Beethoven! Das begehbare Ensemble“ wird durch BTHVN2020 aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises gefördert.

Bildunterschrift: Interaktive Ausstellung am 13.12. erfolgreich eröffnet (v.l.n.r.): Prof. Dr. Joachim Veit (Forschungsprojekt „Beethovens Werkstatt“), Jelka Lüders (Projektleitung), Andrea Brenes (Grafikerin), Prof. Dr. Aristotelis Hadjakos (ZeMFI), Dr. Michael Zelle (Leitung Lippisches Landesmuseum), Prof. Dr. Thomas Grosse (Rektor HfM Detmold), Arne Brand (Allg. Vertreter des Verbandsvorstehers des Landesverband Lippe), Axel Berndt, Simon Waloschek (ZeMFI), Prof. Dr. Christine Siegert (Leiterin Beethovenhaus Bonn) (Foto: HfM Detmold/Plettenberg)

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