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20. Mai 2020

Landesverband Lippe legt erste Verlustrechnung aufgrund der Corona-Pandemie vor

Verband schätzt das durch den Virus bedingte Minus für 2020 auf aktuell rund 1,3 Mio. Euro

Wie zahlreiche Städte und Gemeinden verzeichnet auch der Landesverband Lippe seit Ende März 2020 sinkende Einnahmen und steigende Kosten aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Stillstand des öffentlichen Lebens. In der heutigen Sitzung der Verbandsversammlung stellte Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast die erste Schätzung vor: „Wir gehen zum heutigen Zeitpunkt von einem von der Pandemie verursachten Minus im Jahr 2020 in Höhe von rund 1,3 Mio. Euro aus.“ Das Minus setzt sich aus Einnahmeausfällen und höheren Aufwendungen (z. B. für Desinfektionsmittel, Desinfektionsmittelspender sowie Mund-Nasen-Schutzmasken) zusammen.

Düning-Gast warb für eine differenzierte Betrachtung dieser ersten Verlustrechnung. So können zurzeit in der Forstabteilung keine ursächlich allein durch die Corona-Pandemie verursachten, finanziellen Auswirkungen festgestellt werden. Die Anfragen nach Holz sind stabil, im Bereich des Asienexportes haben sie sogar zugenommen, für die nächsten sechs Wochen ist mit keinem spürbaren Nachfrageeinbruch zu rechnen. „Natürlich können wir heute noch nicht abschätzen, welche Mindereinnahmen im Zuge einer allgemeinen Rezession auf uns zukommen. Und auch die Belastungen aufgrund eines möglichen neuen Borkenkäferbefalls in diesem Sommer können wir heute noch nicht abschätzen“, merkte Düning-Gast an. Im Kulturbereich stehen abgesagten Veranstaltungen und entgangenen Eintrittsgeldern niedrigere Personal- und Sachkosten (z. B. nicht erforderliches Aufsichtspersonal, geringere Verbräuche von Strom, Wärme oder Wasser) gegenüber.

Deutliche Verluste verzeichnet dagegen schon heute die Denkmal-Stiftung: Ihr entgehen seit der Schließung der Denkmäler am 16. März 2020 Entgelte für die Besteigung beider Denkmäler und die Nutzung der Parkplätze sowie Eintrittsgelder für Führungen. Zudem musste die Stiftung das gesamte Waldbühnenprogramm 2020 absagen, kalkulierte Eintrittsgelder gehen ebenfalls verloren. Das Coronoa-bedingte Gesamt-Minus für 2020 schätzt die Denkmal-Stiftung aktuell auf 726.000 Euro. Die Geschäftsführung setzt nun alles daran, für die zweite Jahreshälfte noch Veranstaltungen zu organisieren.

Hinsichtlich seiner Finanzlagen geht der Landesverband Lippe derzeit von einem Ertragsausfall in diesem Jahr in Höhe von 500.000 Euro aus: „In der Folge der Corona-Pandemie ist der DAX von 13.000 Punkten auf rund 8.000 Punkte gefallen, trotz Gegenstrategien sind auch unsere Finanzanlagen betroffen“, so Düning-Gast. Ertragsausfälle hat auch die Immobilienabteilung bilanzieren müssen: Die Gastronomiebetriebe können für März, April und Mai keine oder nur geringe Umsatzpachten überweisen, Gewerbeunternehmen haben Stundungen beantragt, die Studentenwohnheime weisen Mindererträge aus. In der Summe beträgt der aktuell geschätzte Verlust in dieser Abteilung 70.000 Euro.

Addiert weist die aktuelle Schätzung der Corona-bedingten Verluste beim Landesverband rund 1,3 Mio. Euro aus. „Ob es bei dieser Hochrechnung bleibt und wir am Ende des Jahres wirklich diesen Fehlbetrag ausweisen müssen, wird die weitere Entwicklung zeigen“, betonte Düning-Gast. „Die Museen des Landesverbandes sind seit dem 5. Mai 2020 wieder geöffnet, die Ausstellungssaison in der Malerstadt Schwalenberg beginnt am 5. Juli 2020, für die Öffnung der Externsteine und des Hermannsdenkmals werden Hygienekonzepte erarbeitet. Die Nachfrage in der Forstabteilung stimmt positiv, außerdem haben unsere Kolleginnen und Kollegen im Wald in den vergangenen Wochen mehr als 300.000 junge Bäume in den Boden gebracht. Wir hoffen also und setzen alles daran, die Verluste zu minimieren und Mehreinnahmen zu erzielen“, machte Düning-Gast ein klein wenig Mut.

Abbildung: Der Landesverband Lippe mit Sitz im Schloss Brake (Lemgo) leidet wie viele andere auch unter den Folgen der Corona-Pandemie. (Foto: Landesverband Lippe/Henkel)

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